Vorbei die Zeit der k.u.k. monarchischen Salons. Monologisierende Leutnant Gustls treffen sich höchstens noch im Chat. Und: Die Ehre ist sowieso dahin. Was soll es also noch. Die Schusswaffe im müden Duell um Satisfaktion heißt Sprache. Worthülsen knallen über die viel zu niedrigen Hemmschwellen. Im digitalen Raum fühlt sich befreit, wer kann, tanzt alles Walzer. Man beruft sich wieder auf das Fundamentale. Stilistische Reigen unter sprachspielerischen Dekors sind ebenso passé wie pompöse Auftritte reifberockter Satzträger. Man minimalisiert, man rationalisiert, man banalisiert, Interpunktion eine Naturheilmethode aus Japan, Syntax eine neue biologische Waffe. Steht das Prädikat allein im Salon digital und sucht nach seinem Subjekt.